Nach einigen Monaten intensiver Projektarbeit in der dritten Phase des
Beschäftigungspaktes 50plus Elbe-Elster, Wittenberg und Dessau-Roßlau
trafen sich Akteure aus dem Beschäftigungspakt mit kommunaler und
Landes-Politik, mit Arbeitsmarktverantwortlichen, Verbänden und vor allem
auch regionalen Unternehmen und erfolgreich vermittelten Arbeitslosen
zum symbolischen und politischen Auftakt der neuen Förderperiode bis
2015. Der Ort für die gelungene Mai-Veranstaltung war in mehrfacher
Hinsicht eine gute Wahl und gleichsam programmatisch: Das
Besucherbergewerg F 60, also die weit in die Höhe ragende Förderbrücke,
die längst ein Wahrzeichen ist für den strukturellen Wandel in der Region,
wurde nunmehr mit ihrer Symbolkraft als Förderbrücke in und für den
regionalen Arbeitsmarkt genommen.
Dieses Bild, mit der Einführung durch den „Hausherrn“, Amtsdirektor
Richter, noch einmal aufgenommen und an zukünftigen Projekten um die
F60 erläutert, zog sich durch die ganze Veranstaltung. Sei es in der
Podiumsrunde mit den Landräten aus Elbe-Elster und Wittenberg, dem
Oberbürgermeister der Stadt Dessau-Roßlau, oder dann in der
Podiumsrunde mit arbeitsmarktpolitischen Akteuren aus Bund, den beiden
Bundesländern, Agenturen und Jobcentern: Die Frage nach einer
Integration von älteren Langzeitarbeitslosen ist nicht von der zu trennen,
wie man hier vor Ort arbeiten und leben will und kann. Arbeitsplätze für die
Zukunft und Zukunft der Region (der Regionen)!
Mit einer feierlichen Übergabe unbefristeter Arbeitsverträge bei der
Kjellberg GmbH an ehemals in der „Fabrik für Ältere“ Beschäftigte fand
diese Intention ihre Bestätigung und einen eindrucksvollen Beleg. Hier
konnte die „Brückenfunktion“ eines experimentellen Instruments aus dem
Beschäftigungspakt, nämlich dieser „Lern- und Qualifizierungsfabrik“,
genutzt werden, um langfristig und zu im Unternehmen üblichen
Konditionen ältere Langzeitarbeitslose wieder in Arbeit zu bringen.
Ein solch erfolgreicher Schritt setzt eine gute und kreative Arbeit im Pakt
voraus, ist aber nicht weniger an die aktive Mitwirkung von Unternehmen
gebunden. Kjellberg ist hier ein gutes Beispiel, zum Glück aber nicht die
Ausnahme. Eine dritte Podiumsrunde konnte dies mit der Diskussion
zwischen dem Arbeitgeberservice der BA, den Jobscouts aus dem
Beschäftigungspakt, lokalen Unternehmen wie den Schönborner Armaturen
GmbH, der Kessel-Zweirad GmbH oder der F 60 Concept GmbH und mit
Erfahrungsberichten vermittelter Langzeitarbeitsloser aufzeigen. Es wurde
deutlich, dass Ältere tatsächlich am Arbeitsmarkt gebraucht und auch
wirklich eingesetzt werden – auch längerfristig, und nicht nur als
Lückenbüßer! „Jüngere laufen schneller, aber Ältere kennen die
Abkürzung“, bestätigte Frau Dr. Scherer von der Bundesagentur für Arbeit.
